Saisonabbruch durch den WBV

Saisonabbruch durch den WBV

Der Abbruch der laufenden Saison kam plötzlich und unerwartet! Unerwartet kam am 12.03.2020 die Mitteilung des Westdeutschen Basketballverbandes (WBV) über das Saison-Aus. Der WBV hat sich in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden, dem Deutschen Basketball Bund (DBB) und anderen Landesverbänden dazu entschieden, den Spielbetrieb aufgrund der aktuellen Lage in Bezug auf das neuartige Coronavirus abzubrechen. Damit folgt der WBV der Entscheidung des DBB, welcher ebenfalls alle Maßnahmen, Tagungen, Lehrgänge und Sitzungen bis auf Weiteres absagte.

Auch die NBA gab am 12.03.2020 bekannt, dass die laufende Saison vorerst unterbrochen wird. Neben der NBA gab auch die NCAA (National Collegiate Athletic Association) am gleichen Tag bekannt, dass die organisierten Basketballturniere um die nationale Hochschulmeisterschaft (NCAA Divison I Basketball Championship) sowohl bei den Damen als auch bei den Herren abgesagt werden. Noch einige Tage zuvor überlegte die NCAA, ob sie die beiden Turniere ohne eine Beteiligung von Zuschauern stattfinden lässt.

Die Basketballwelt ist betrübt
Nicht nur die Basketball-Teams in den USA sind über den Saison-Abbruch betrübt, sondern auch in Deutschland. Genauso ist unser Basketballteam aus Hennef betrübt, in dieser Saison keinen Basketball mehr spielen zu können. Als Trainer der Damen-Basketball-Mannschaft des HTV finde ich die vom WBV getroffene Entscheidung dennoch absolut nachvollziehbar und richtig. Ich finde es lediglich schade, dass wir die bis dahin erfolgreiche Saison nicht mehr zu einem „normalen“ Abschluss bringen können und dass die Spielerinnen zunächst nicht mehr die Möglichkeit haben, zusammen Basketball zu spielen. Gerne hätte ich gesehen, ob sich unser Team in den letzten vier Saisonspielen weiterhin so gut entwickelt und verbessert hätte wie in der bisherigen Saison. In den letzten Spielen sah ich eine positive Entwicklung – was auch die ausgewerteten Spielstatistiken belegen: Vor allem zeigte sich eine stetige Verbesserung in unserer Team-Defense, und auch bei unserem Zusammenspiel in der Offense. Was auf dem Spielfeld zu sehen war, begann bereits hinter dem Vorhang. Hinter unserem Trainingsvorhang begann unsere positive Entwicklung. Wir arbeiteten in den Trainingseinheiten motiviert und diszipliniert, und dadurch konnten wir uns verbessern. Das, was sich für mich im Training abzeichnete, skizzierte sich auch in unserem letzten Saisonspiel gegen TuS Zülpich, welches wir auswärts am 07.03.2020 deutlich mit 70:50 Punkten gewinnen konnten. Aufgrund des vom WBV verkündeten Saison-Aus können wir uns nun nicht mehr gegen andere Teams auf die Probe stellen. Dafür müssen wir auf die kommende Saison warten.
Auch der Vorstand des Hennefer TV hat heute (13.03.2020) entschieden, den Trainingsbetrieb vorerst bis zum 19.04.2020 einzustellen.

Rückblick auf die Saison
Wenn ich an den Verlauf der diesjährigen Saison zurückdenke, dann blicke ich auf einen Neustart zurück. Einen Neustart nach einer schwierigen Saison 2018/19. Ich sehe ein Team, das anfing zusammen zu wachsen. Ich blicke auf eine gelungene Integration junger Spielerinnen zurück. Außerdem blicke ich auf eine tolle Entwicklung vieler Spielerinnen. Vor meinem inneren Auge sehe ich die vielen, aufregenden Spielmomente, die wir hatten. Ich kann sie wie Szenen eines Films sehen, beispielsweise sehe ich die Aufregung einiger Spielerinnen bei knappen Spielen. Ich sehe den Kampfgeist unseres Teams und wie es über seine eigenenGrenzen hinauswächst. Ich kann die Zufriedenheit und Freude noch spüren, wenn wir als Team zusammen auf dem Feld gekämpft und unseren „HTV-Basketball“ gespielt haben. Genauso fühle ich auch noch die frustrierenden Momente, als wir unter unseren eigenen Möglichkeiten zurückblieben. Die gesamte Saison war für mich eine aufregende Fahrt mit Höhen und Tiefen, die nun abrupt endet. Allerdings endet unsere Saisonfahrt inmitten eines Entwicklungstrends, der nach oben weist.

Wenn man diesen abrupten Abbruch der Saison der verschiedenen Spielklassen aber in einen größeren Kontext setzt, dann ist der persönliche Verlust aller Trainer und Spielerinnen darauf begrenzt, vorerst keinen Basketball spielen zu können. Dieser Verlust steht allerdings in keinem Verhältnis zu einer möglichen Gefährdung der eigenen Gesundheit oder der Gesundheit anderer Menschen, die durch das Übertragungsrisikos des Coronavirusbesteht.