Spielbericht zum 15. Saisonspiel HTV gegen Dragons Rhöndorf

Spielbericht zum 15. Saisonspiel HTV gegen Dragons Rhöndorf

Unwetterbedingt wurde das Auswärtsspiel des Hennefer TV gegen den Rhöndorfer TV2 von Sonntag auf Montagabend verschoben. Das Rhöndorfer-Team hatte in diesem Rückrundenspiel ein anderes Gesicht als im Hinspiel.  An diesem Abend bestand das Team aus neun Spielerinnen, die in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) spielen, da die eigene Saison bereits am vorherigen Wochenende endete. Lediglich zwei der elf Rhöndorferinnen waren keine U18-Nachwuchs-Bundesliga-Spielerinnen.

Das Team aus Hennef trat mit lediglich mit sieben Spielerinnen an. Aufgrund der Unterbesetzung war es in den Augen des Hennefer-Coaches entscheidend, dass sein Team sicherstellt, dass es mit allen Spielerinnen das Spiel zu Ende bringen kann. Mit anderen Worten sollte sein Team sich vor Foulproblemen hüten. Der HTV spielte gegen das junge und zugleich schnelle Team mit den zahlreichen Spielerinnen der WNBL keine Mannverteidigung, sondern versuchte es mit einer Zonenverteidigung. Ziel war es Rhöndorf dazu zu bringen, viele Würfe von außen zu nehmen, und weniger in das Herzstück der Defense zu gelangen – die Zone direkt unter dem eigenen Korb.

Im 1.Viertel schien es so, als würde der Plan aufgehen. 14 der 19 Wurfversuche von Rhöndorf kamen von hinter der 3er-Linie! Vier dieser vierzehn 3er-Versuche konnte Rhöndorf verwandeln (21 % Trefferquote). Innerhalb der Hennefer-Zone erzielte Rhöndorf 6 Punkte. Hennef dagegen wollte -ähnlich wie im Hinspiel- Wege finden, zahlreich in der Rhöndorfer-Zone zu punkten, sowie freie Würfe außerhalb der Zone zu bekommen. Dem Hennefer-Coach ist es wichtig, im Angriff ein Gleichgewicht zu haben. Ein Gleichgewicht zwischen Abschlüssen in der Zone und Würfen außerhalb der Zone. Die Offense des HTV lief im 1.Viertel flüssig: die Spielerinnen bewegten sich sinnvoll, der Ball wurde in gute Positionen gebracht, sodass gute Wurfversuche erspielt wurden. Im 1.Viertel kam der HTV auf 21 Punkte – 14 Punkte wurden in der Zone erzielt, bei einer Trefferquote von 57 %!

Mit einer knappen Führung (21:19) ging es ins 2.Viertel. Der Vorsprung des HTV konnte bis zur Mitte des 2.Viertels ausgebaut werden. Plötzlich verlor der HTV im Angriff dreimal in Folge den Ball, woraus das schnelle Team aus Rhöndorf sechs Punkte generieren konnte. Es folgte eine unmittelbare Auszeit von Hennef, welche den Rhöndorfer-Run unterbrechen konnte. Mit einer 41:38- Führung ging es mit guter Stimmung in die Halbzeitpause. Die Rhöndorfer-Fans konnten ein tolles und v.a. punktreiches Spiel mit ansehen.

Die Damen des HTV gingen ohne Foulprobleme in die 2.Halbzeit. Das Team hielt an seiner Strategie fest. Im 3.Viertel lief die Hennefer-Offense, einziger Unterschied zur ersten Halbzeit war, dass der Ring nicht mehr so groß wie ein Swimmingpool wirkte, sondern nun auf die Größe eines Mülleimers schrumpfte. Die Wurfversuche waren da, auch die Würfe, die der Trainer sehen möchte. Lediglich fielen die Abschlüsse nicht mehr so hochprozentig. Die Folge: Rhöndorf ging mit einer 58:54 Führung in den letzten Spielabschnitt.

Trotz des Rückstandes gingen die Spielerinnen des HTV selbstbewusst ins 4.Viertel. Dem Team gelang es sich heranzuarbeiten, und das Spiel zur 34.Minute auszugleichen. Von diesem Zeitpunkt an wechselte die Führung hin und her. 90 Sekunden vor Schluss konnte der HTV sich einen offensiven Rebound sichern,  und durch den zweiten Abschlussversuch zwei Punkte erzielen (72:72). Nach erfolgtem Seitenwechsel des Balles traf Rhöndorf 40 Sekunden vor Schluss einen 3er von der Flügelposition (75:72). Im nächsten Angriff konnte Hennef auf 75:74 verkürzen. Der HTV versuchte die Uhr zu stoppen und foulte. Aufgrund der Mannschaftsfouls erhielt Rhöndorf zwei Freiwürfe. Beide Würfe gingen erfolgreich durchs Netz. Die Führung stieg auf drei Punkte (77:74).

Nach einem defensiven Rebound, hatte Hennef sieben Sekunden vor Spielende noch einmal Ballbesitz. Sieben Sekunden blieben, um einen Weg zu finden einen 3er-Wurf zu bekommen – und dass ohne eine Spielunterbrechung aufgrund einer genommenen Auszeit. Was sich in den verbleibenden Sekunden an Dramatik abspielte, kennt man aus Hollywood-Filmen. Der HTV sicherte sich den Rebound, spielte den Outlet-Pass auf eine der Aufbauspielerinnen. Diese dribbelte auf die linke Spielfeldseite, wechselte durch einen Crossover zur Mitte hin die Seite, und spielte dann einen Pass nach vorne zur anderen Aufbauspielerin, die zum rechten Flügelspot sprintete. Und tatsächlich bot sich dem HTV die Möglichkeit, dass Spiel drei Sekunden vor Schluss in die Verlängerung zu retten. Die Spielerin fing den Ball und ohne zu zögern nahm sie den 3er, dabei wurde sie sogar noch von einem Closeout gestört. Nichtsdestotrotz flog der Ball in Richtung Korb. Es fühlte sich so an, als wenn der Ball in Zeitlupe auf den Ring zu flog, obwohl auch zeitgleich alles so schnell ging. Der Ball guckte in den Ring hinein, um dann doch wieder rauszuspringen. Einige der Rhöndorfer-Fans, die direkt an der Seitenlinie auf Höhe der Wurfposition saßen, sprangen auf und hielten sich den Kopf. Auch sie konnten es nicht fassen! Der Ball hat tatsächlich in den Ring hinein geschaut, und dann hat sich der Ring doch noch zugeschnürt.

So ist es im Sport, ein Team gewinnt und ein Team verliert. Und in einigen Spielen passiert es auf dramatische Weise, was den Sport so attraktiv macht. Alles in allem sollte das Hennefer-Team zufrieden mit seiner Leistung sein, mit nur sieben Spielerinnen gegen ein starkes Nachwuchs-Basketball-Bundesliga-Team auf so hohem Niveau gespielt zu haben. Der HTV spielte und kämpfte zusammen, das Team vertraute sich und seinen Fähigkeiten, und es glaubte während dem gesamten Spiel an seine Möglichkeiten.