“Für neue Ideen sind wir immer offen.”, erklärt Erika Altenhövel und dass diese Aussage nicht nur so dahingesagt ist, sondern im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte treffender nicht sein könnte, bestätigt nicht zuletzt der immense Zuwachs an Mitgliedern in der Abteilung, die wir in dieser Ausgabe vorstellen.

1895 als erster Turnverein in Hennef gegründet waren zunächst nur Männer Mitglieder im Hennefer Turnverein (HTV). Doch das sollte sich Ende der 1920er Jahre und im Laufe der 30er Jahre ändern. Die ersten Frauen wurden aufgenommen – wenn auch nicht nur unter sportlichen Gesichtspunkten, befand man doch damals die sozialen Kontakte für ebenso wesentlich – und so wurde 1934 die Frauenabteilung gegründet. “Nach dem Krieg wurde dann aus diesen zaghaften Anfängen, die sogenannte “Hausfrauengymnastik”.”, erinnert sich Altenhövel lachend. Ende der 70er Jahre wurde Aerobic auch außerhalb der USA immer beliebter und Dank Jane Fonda ergriff Anfang der 80er den gesamten Globus eine nie dagewesene Fitnesswelle. Das Angebot sportlicher Aktivitäten wuchs stetig an, so dass 1976 die “Breitensportabteilung” im HTV gegründet wurde, die Fred Heuser und Erika Altenhövel damals zunächst gemeinsam leiteten – er die Männer, sie die Frauen. 1995 übernahm Erika Altenhövel dann die alleinige Leitung, während sich die Abteilung weiter im Wandel befand.

Mit den vielseitigen Sportangeboten und den steigenden Mitgliederzahlen brauchte man jedoch auch deutlich mehr Platz für das Training. 1981 entstand so in der Königstraße die große Sporthalle mit eigenem Clubhaus, Verwaltungs- sowie Besprechungsräumen und einem Kraftraum. Die Fritz-Kuchenmeister-Halle ist auch heute noch sportlicher Dreh-und Angelpunkt der meisten Vereinsaktivitäten und wird durch Standorte wie die Siegtalgrundschule, die ehemalige Realschule und das Städtische Gymnasium Hennef ergänzt. Nach der Fitnesswelle, die sich in Form vielfältiger Kurse im HTV etablierte, kam die Gesundheitswelle und mit ihr nicht nur Fitnessübungen zu peppiger Musik wie bei der Aerobic, sondern gezielte Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule und Prävention waren plötzlich Schlagworte, die in Mode kamen. Die Mitgliederzahl wuchs weiterhin ungebrochen, die zu wählenden Angebote ebenfalls und so reichte der Platz nicht immer für alle Aktivitäten in der Halle aus. “Die erste Wirbelsäulengymnastik haben wir damals auf dem kalten Steinboden in unserem großen Sitzungssaal gemacht. Unglaublich eigentlich!”, blickt Erika Altenhövel schmunzelnd zurück. Aus diesen beiden Bereichen “Fitness” und “Gesundheit” kristallisierten sich im Laufe der Jahre die zwei tragenden Säulen der Breitensportabteilung heraus und so ist auch ihr Name dabei sich endgültig zu wandeln.

Um auch weiterhin das sportliche Angebot aufrechterhalten zu können und den räumlichen Engpass zu beenden, wurde im April 2008 die Gymnastikhalle I feierlich eingeweiht. Vorstandsmitglied Franz Alfter hatte sich damals für diesen Bau stark gemacht, erinnert sich die 80-jährige, und wir dachten, dass damit bis auf weiteres Platz genug vorhanden sei. Doch weit gefehlt – stiegen die Mitgliederzahlen unaufhörlich und neue Sportideen wollte man außerdem umsetzen. Es fehlten also schon ein paar Jahre später wieder Hallenzeiten und so entstand die Überlegung eine weitere Gymnastikhalle zu bauen. 2014 konnte der Verein dann die Gymnastikhalle II einweihen, die ebenfalls in den großen Sportanlagenkomplex in der Königstraße integriert ist.

Neue Trends umzusetzen, steht auch weiterhin im Fokus dieser lebendigen Abteilung, deren Leitung Erika Altenhövel nach nunmehr vier Jahrzehnten in diesem Jahr an Heike Fox abgegeben hat. Selber seit langem Übungsleiterin im HTV freut sich die Henneferin auf diese neue Herausforderung ebenso wie über Zuwachs im ehrenamtlichen Trainer- und Übungsleiterstab. “Neue Trainer sind bei uns jederzeit herzlich willkommen.” Ein noch nicht vorhandener Übungsleiterschein sei dabei kein Hindernisgrund, den könne man ja im Verein machen, sagt Heike Fox. Von ihr vor sieben Jahren ins Leben gerufen ergänzt außerdem das alljährliche Sommerprogramm mit abwechslungsreichen Stunden das umfassende sportliche Angebot: Hier heißt es unter anderem zu kölschen Songs “Jeck fit Dance” oder totale Entspannung mit “Mobility” – immer wieder neu und immer wieder anders.

Mit nunmehr rund 1.000 Mitgliedern drittgrößte Abteilung im HTV können Jung und Alt aus „Fitness & Gesundheit“ zahlreiche sportliche Angebote wählen. Von A bis Z, wie Tamara Fox erläutert, denn tatsächlich geht es mit Aroha los und über Ballett, Bodyfit, Dance Aerobic und Fit ab 50+ bis hin zu Jazz-Dance, Pilates, Wirbelsäulengymnastik, Yoga und zu guter Letzt Zumba. An sechs Tagen die Wochen gibt es über 40 kompetente Kursleiter, die in rund 90 Stunden zu den unterschiedlichsten Trainingszeiten für sportliche Vielfalt sorgen. Und dass der Verein und seine Abteilungen auch heute noch für Neues offen sind, zeigen zudem trendige Sportarten wie Drums Alive, Fatburner, Faszio, Kickboxen und TaeBo. Wer lieber für sich alleine trainiert und sich fit hält, dem steht außerdem der gerade neu gestaltete Kraftraum zur Verfügung, den es seit 1981 gibt und der in diesem Jahr modernisiert und mit neuen Geräten ausgestattet wurde. Klein, aber fein können hier Jung und Alt in entspannter, persönlicher Atmosphäre ihren Körper fit halten und shapen und wer Fragen rund um Haltung, Trainingsgewichte oder Übungen hat, dem steht ebenfalls ein erfahrener Trainer zur Seite.

Doch damit nicht genug, gehen die Planungen in der Breitensportabteilung “Fitness & Gesundheit” beim HTV längst weiter und so soll ein “Seniorentreff” möglichst bald das umfangreiche Angebot ergänzen. Gerade ältere Menschen, die gesundheitlich mitunter nicht mehr ganz so fit sind, oder Mitglieder, die verletzungsbedingt pausieren oder kürzer treten müssen, sollen den sozialen Kontakt nicht verlieren und können sich im geplanten “Seniorentreff” weiterhin austauschen – auch über Sportliches…


Dieser Artikel wurde von Ulli Grünewald für unseren Verein geschrieben. Vielen Dank!


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