Nur noch drei Wochen dann geht es für zahlreiche Athletinnen und Athleten auch in diesem Jahr wieder in Hawaii beim Ironman an den Start. Vor genau 40 Jahren das erste Mal ausgetragen, ist der „Ironman Hawaii“ – die Weltmeisterschaft der Triathleten – der älteste Triathlon über die Langdistanz und weltweit wohl auch der bekannteste. Seine Anfänge sind in den Vereinigten Staaten von Amerika zu finden, wo es Anfang der 1970er Jahre schon Wettkämpfe gab, die zwei Disziplinen, Schwimmen und Laufen, miteinander verbanden. Durch Don Shanahan kam das Radrennen hinzu, die endgültige Reihenfolge sowie die Längen wurde im Laufe der Jahre verändert und der erste „Ironman Hawaii“ wurde schließlich am 18. Februar 1978 gestartet. Den Namen verdankt dieser Triathlon angeblich einer Bemerkung John Collins’ während der Gründerrunde, denn er sagte: „Wer auch immer zuerst ins Ziel kommt, wir nennen ihn den Menschen aus Eisen.“ – Ironman.

In Deutschland dauerte es noch einige Jahre bis auch hier diese junge Sportart ihren Siegeszug antrat und damit sich der Triathlon in Hennef etablierte, waren viele geradelte Kilometer und interessante sportliche Begegnungen notwendig. Da war auf der einen Seite Thomas Borowski, einer der ersten Ironman-Finisher und Ausdauersportler in vielen Bereichen, der 1988 „TRI POWER Aegidienberg“ bei den Sportfreunden Aegienberg gründete, auf der anderen Bruno Röser, der 1991 an einem Radmarathon in Norwegen teilnahm – nonstop 540km von Trondheim nach Oslo und ebenso ausdauerverrückt. Nach einiger Überzeugungsarbeit trat der gebürtige Asbacher der Abteilung bei, gestaltete sie mit und sie wuchs von sieben auf mittlerweile rund 70 Aktive.



Während der Seniorenbereich in Bad Honnef gut aufgestellt war, mangelte es jedoch an Nachwuchs und so schaute man in benachbarte Städte und fand Hennef – die junge Sportstadt. Nach anderthalb Jahren Testlauf wurde 2008 dann aus „TRI Power Aegidienberg“ die Startgemeinschaft „TRI POWER Rhein-Sieg“, verankert bei den Sportfreunden Aegidienberg ebenso wie im Hennefer Turnverein (HTV). Farben und Logo blieben nahezu bestehen, hatten sich die Triathleten aus Aegidienberg doch bereits einen Namen weit über die Region hinaus gemacht und waren als Veranstalter des „Siebengebirgsmarathons“ seit 1999 ebenfalls überregional bekannt.

Nebenbei sind die Triathleten aber auch für ganz besondere Schlagzeilen immer zu haben und so gab es 1996 einen Nonstop-Staffellauf von Bad Honnef in die 670km entfernte Partnerstadt Berck sur mer und 2002 liefen die Athleten rund 1.700km für einen guten Zweck nach Minsk. Nach der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl 1986 gibt es dort bis heute in den angrenzenden Regionen unzählige Strahlengeschädigte und mit rund 30.000 Euro Spendengeldern wollte man vor Ort eine Klinik unterstützen, die unter anderem Filmmaterial fürs Röntgen benötigte.

Mittlerweile hat sich auch die Triathlon-Abteilung des HTVs gemausert und ist mit ebenfalls rund 70 Mitgliedern, überwiegend im Jugendbereich, sehr erfolgreich. In diesem Jahr hätte auch der „Hennefer Triathlon“ bereits sein 10-jähriges Jubiläum gefeiert, wäre da nicht der gesperrte Horstmannsteg. So wird die 10. Auflage des in der Region sehr geschätzten Triathlons erst 2019 rund um die Sportschule Hennef ihre Umsetzung finden.

Trainiert wird in Aegiedienberg wie in Hennef Schwimmen und Laufen, das Radfahren findet überwiegend in Hennef statt. Aber es sind nicht nur diese drei Disziplinen, die beim Training eine Rolle spielen, betont der Sportliche Leiter Dirk Wevelsiep; denn gerade im Jugendbereich solle die allgemeine Athletik sowie die sportliche Ausbildung nicht zu kurz kommen. Mehr als gut aufgestellt ist „TRI POWER Rhein-Sieg“ für die Zukunft alle mal, denn mit zehn erfahrenen Trainern, die im Jugend- und Seniorenbereich Hand in Hand arbeiten, sind die Aktiven optimal unterstützt. Vor allem Trainer und Betreuer aus den eigenen Reihen zu generieren, ist Abteilungsleiter Bruno Röser ein wichtiges Anliegen und Motivation für den Nachwuchs zugleich. „Zum Training kommen, kann bei uns jeder.“, sagt Wevelsiep. Ob Freizeitathlet oder Leistungssportler sei dabei unerheblich. Bei „TRI POWER Rhein-Sieg“ scheint aber der Leitungsgedanke ganz von alleine zu kommen, denn der Erfolg – ob bei den Damen, den Herren oder den Schülerinnen und Schülern – spricht Bände. Von Schülercups auf Landesebene bis hin zur 2. Bundesliga ist die Startgemeinschaft der Triathleten aus dem Rheinland deutschlandweit vertreten.



Trainiert wird in allen Alters- und Leistungsklassen mit einem umfangreichen Angebot an Trainingszeiten. „Eigentlich können wir hier jeden Tag trainieren.“, erzählt der 12-jährige Emil, der gemeinsam mit seiner Schwester Greta begeisterter Nachwuchstriathlet ist und die Abwechslung bei dieser Sportart toll findet.


Dieser Artikel wurde von Ulli Grünewald für unseren Verein geschrieben. Vielen Dank!


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