Der Sport im HTV und seine Menschen - Folge 4
Die Schwimmabteilung

- 05.11.2026
Schwimmen ist nach Turnen die älteste Sportart im Hennefer Turnverein. Gegründet wurde die Abteilung bereits 1920 und geschwommen wurde in der Sieg, im so genannten Kirchwoog. Aber wer hätte noch gewusst, dass es dort einst ein Schwimmbad gegeben hat? „Aber ja, das Schwimmbad an der Sieg“, sagt Abteilungsleiter Dieter Cebulla. „Es gab dort sogar Sprungbretter und Turngeräte für das Training.“ Bei seiner tatkräftigen Mitarbeit an der 125 Jahr-Festschrift des HTV hat er Vieles zur Geschichte der Abteilung recherchiert. „Das Schwimmbad gibt es schon lange nicht mehr. Heute verläuft dort die A560“, erzählt er. Nach den gemächlichen Anfängen, stieg die Mitgliederzahl vor allem mit weiteren Wasserflächen, die der HTV nutzen konnte. So kam Anfang der 70er Jahre das Lehrschwimmbecken des Landesjugendheims „Abtshof“ dazu. „Das gab es noch bis 1999“, erzählt Dieter Cebulla. „Ich selbst habe dort zwar nie geschwommen, aber meine Tochter. Über sie bin ich überhaupt aktives Mitglied im HTV geworden.“
Die Abteilung wuchs rasant seit 1984 als die Nutzung des Hallenbads der Sportschule Hennef mit seinen Wettkampfbahnen möglich wurde. 1989 kam noch das Lehrschwimmbecken in Uckerath hinzu. „Das hat die Abteilung zur mitgliedsstärksten Abteilung gemacht, in Hochzeiten um die 1.500 Mitglieder und bis zu 50 Übungsleiter und Helfer“, erzählt er. Zu dieser Zeit konnten die engagierten Übungsleiter des HTV jährlich 300 Kinder zu Schwimmern ausbilden. „Über 600 Schwimmabzeichen konnten wir überreichen. Von Seepferdchen, Bronze und Silber bis Gold“, erzählt der Abteilungsleiter stolz. „Heute sind es immerhin noch über 30 Übungsleiter.“
1990 ist Dieter Cebulla nach Hennef gezogen, als er bei der Bundeswehr in Wahn stationiert wurde. 1998 wurde er Mitglied im HTV. „Ich habe meine Tochter zu Wettkämpfen begleitet und irgendwann fragte man mich, ob ich nicht mit ihr bei der Eltern-Kind-Staffel mitmachen wolle.“ Geschwommen hatte er schon immer, auch wettkampfmäßig. Und schon berufsbedingt sei er immer im Training geblieben. „Natürlich habe ich zugesagt, und habe mich auch direkt in der Abteilung engagiert.“ Halbe Sachen macht er nicht, der auch heute mit über 70 immer noch am Beckenrand steht, Schwimmabzeichen abnimmt und sich weiterhin fit hält, um im Notfall bereit zu sein. Die notwendigen Leistungsnachweise, die regelmäßig überprüft werden, bringt er ohne Probleme. „Das ist auch mein privater Anspruch“, erzählt Cebulla. „Diese Fitness war schon im Beruf als Pilot bei der Bundeswehr Voraussetzung.“ Noch heute trainiert er regelmäßig. Und das hat sich auch schon bei einer Gelegenheit sehr ausgezahlt, als er durch seinen Einsatz am Schwimmbeckenrand ein Leben retten konnte. Soziales und ehrenamtliches Engagement liegen ihm im Blut. „Bei der Bundeswehr mit den vielen Abwesenheitszeiten und Auslandsaufenthalten geht es gar nicht anders. Man hilft sich und den anderen Familien gegenseitig.“ So wurde er 2001 dann folgerichtig Abteilungsleiter. Ein Glück für den Verein. „Das heißt in diesem Jahr feiere ich 25jähriges Abteilungsleiter-Jubiläum“, sagt er mit einem Lachen.
Mit Corona kam dann aber ein Einbruch - wie überall. „Trotzdem haben wir in unserer Schwimmabteilung versucht, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ein großer Dank geht dabei an die Stadt Hennef und die Sportschule Hennef. Zusammen haben wir ausgelotet, wie und mit welchen Auflagen sowohl Wettkampftraining als auch Schwimmausbildung möglich waren.“ Auch in völligem Lock-Down wurde so beispielsweise ein Online-Training für die Wettkampfschwimmer organisiert, um die generelle Fitness zu erhalten. Später bei Auflockerungen wurde das Fitnesstraining dann draußen mit dem vorgeschriebenen Abstand wieder aufgenommen.
Nach den Corona-Einschränkungen wurde die verpasste Schwimmausbildung mit extrem vielen Ferienkursen und an den Wochenenden in Uckerath und in der Sportschule nachgeholt. „Ohne die Unterstützung der Stadt und Sportschule, die uns die Zeiten in den Becken in den Ferien zur Verfügung gestellt haben, hätte das nicht geklappt. Und natürlich durch den enormen Einsatz unserer Übungsleiter und der damaligen Koordinatorin Julia Otten. Nur so konnten wir so viele Abzeichen durchziehen“, erklärt Cebulla. Im Frühling 2024 hat dann Nicole Ellersdorfer von Julia übernommen. Sie ist seither für alle Interessierte und Mitglieder die erste Ansprechpartnerin. „Und unsere Trainerin Eli hat gleichzeitig im Hintergrund immer mehr Verantwortung für die ganze Planung übernommen“, führt er weiter aus. „Die beiden sind wirklich ein Geschenk für den Verein.“
Die Angesprochene Elisabeth Paal schmunzelt. „Wir mussten nach den Ausfällen während Corona dann auch so viele Kurse durchziehen, weil die Schließung der Sportschule wegen der Sanierung bevorstand“, sagt sie. Sie ist selbst Wettkampfschwimmerin, Übungsleiterin und mittlerweile so etwas wie die Cheftrainerin der HTV-Schwimmabteilung. „Begonnen habe ich im HTV zuerst beim Turnen, mein erstes Seepferdchen habe ich erstmal wo anders in Hennef gemacht“, erzählt Eli. Sie ist dann in die Schwimmabteilung gewechselt, absolvierte dort zum zweiten Mal das Seepferdchen und schwamm im Breitensport. Nach einiger Zeit wurde sie angesprochen, ob sie sich nicht auch Leistungsschwimmen vorstellen könne. „Den Mut dazu, habe ich aber erst gemeinsam mit meiner kleinen Schwester gefunden“, erzählt sie lachend. „Ich bin dann tatsächlich selbst auch schnell relativ gut geworden und nach Bonn gewechselt.“ Von 2012 bis 2016 ist sie dort im Modernen Fünfkampf angetreten, kam danach aber wieder zum HTV zurück. „Das war für mich tatsächlich wie nach Hause kommen“, schwärmt sie. Nachdem sie zurück war, stieg sie auch direkt als Helferin im Schwimmen ein und bringt so nun seit fast 10 Jahren Kindern das Schwimmen im HTV bei. Mittlerweile ist sie seit Januar 2026 festangestellt beim HTV als Schwimmsportkoordinatorin und im Marketingbereich.
Das Schwimmsportangebot im HTV war vor Corona und der Sanierung der Sportschule sehr umfangreich. Vom Babyschwimmen über Familienschwimmen, Anfängerkursen und Aquagymnastik bis hin zum Breitensport für Erwachsene und Leistungsschwimmen für Kinder und Jugendliche und auch für die Masterjahrgänge. „Das alles konnten wir im Anschluss an die Coronazeit und während der Sanierung seit Sommer 2024 nicht ganz aufrecht erhalten“, erzählt Eli Paal. Folglich sank auch die Mitgliederzahl. „Aber jetzt gibt es einen Neustart, denn die Sportschule Hennef wurde offiziell am 30. Oktober um 11:00 Uhr wiedereröffnet. Die Nutzung durch uns ist ab dem 2. November wieder möglich“, freut sie sich.
Die Wasserzeiten in allen Becken sind damit wieder viel entspannter. „Wir haben die Kapazitäten wie zuvor und können wieder mehr anbieten.“ So startet am 3. November ein neuer Eltern-Kind-Wassergewöhnungskurs für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren. „Auch im Breitensport mit der Abnahme von Schwimmabzeichen und bei der Aquafitness haben wir freie Plätze. Wir können wieder voll durchstarten“, sagt Eli voller Tatendrang und lädt Interessierte ein, sich zu melden. Das geht über folgende E-Mail: schwimmen@hennefertv.de











