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Der Sport im HTV und seine Menschen – Eine Serie

Veröffentlicht am: 24.04.26

Folge 1: Die Turnabteilung

Der Hennefer Turnverein ist mit über 4.000 Mitgliedern der mitgliederstärkste Sportverein nicht nur in Hennef, sondern im ganzen Rhein-Sieg-Kreis. Diese reine Zahl sagt wenig über die Vielfalt des sportlichen Angebots und Miteinanders im Verein aus. In den nächsten Monaten sollen daher in dieser Serie die einzelnen sportlichen Abteilungen vorgestellt werden. Exotischere Sportarten werden dabei genauer erklärt, aber vor allem werden Menschen zu Wort kommen, die uns nahebringen, was ihnen an „ihrer“ Sportart so gefällt und warum diese vielleicht sogar ihr Leben verändert hat. Seien Sie gespannt.

Auf Berichte aus diesen Abteilungen können Sie sich freuen: Badminton, Basketball, Behindertensport, Fitness und Gesundheit, Klettern, Leichtathletik, Schwimmen, Tanzsport, Triathlon und Volleyball.

Aber am Anfang dieser Serie steht die für den Verein namensgebende Gründungssportart:

Das Turnen ist vor allem in seiner klassischen Form, dem Geräteturnen, bekannt. Die Turnabteilung des HTV beinhaltet darüber hinaus ein sehr vielfältiges Angebot. Mit über 1000 Mitgliedern ist die Turnabteilung die größte Abteilung im Verein. Für viele Hennefer Kinder ist das Familienturnen der Einstieg in den Verein und die sportliche Welt überhaupt. Erste Bewegungserfahrungen werden gesammelt. Für jede Altersgruppe gibt es hier Angebote: Familienturnen für die Jüngsten, Abenteuerturnen für Kinder im Alter ab drei Jahren, das klassische Geräteturnen und für Ambitionierte das Leistungsturnen. Neben dem klassischen Turnen bietet der HTV unter dem Oberbegriff Akrobatik & Co attraktive Angebote in Parkour und Jonglage. Alle Kurse werden begleitet durch erfahrene Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Neugierig? Hereinschnuppern ausdrücklich erwünscht. Ein Überblick über die zahlreichen Kurse findet sich hier: https://www.hennefertv.de/abteilungen/turnen/

„Das Turnen im HTV als Kind war mein Einstieg in den Sport. Seither hat mich die Leidenschaft für den Sport und für unseren Verein nicht mehr losgelassen“, sagt der heutige Vorsitzende im Vorstand des HTV Michael Winterberg. „Ich konnte als Turner sogar ein paar sportliche Erfolge feiern“, erzählt er. So war er in den Jahren 1973, 1974 und 1975 dreimal hintereinander Vereinsmeister im HTV. „Aber viel mehr hat mich der Sport für mein Leben geprägt, sowohl die Wettkampferfahrungen als auch die Gemeinschaft im Verein, der Zusammenhalt und die Freundschaften, die ich hier gefunden habe.“ Michael Winterberg ist seit mehr als 50 Jahren Mitglied im Hennefer Turnverein. Das Turnen im Verein begann er als Zehnjähriger. Damals noch in der ersten Halle des Vereins auf dem heutigen Marktplatz. Einige alt eingesessene Hennefer kennen sie sicherlich noch. Errichtet wurde sie in Eigenleistung, ehrenamtlich durch die Mitglieder des Vereins von 1949 bis 1953. „Das Ehrenamt im Verein bedeutet viel Arbeit, vor allem neben einem vollzeitigen Beruf. Aber missen würde ich meine Arbeit für den Verein niemals, denn sie gibt viel mehr zurück, als man einbringt.“ Michael Winterberg weiß, wovon er spricht. Zunächst hat er nach seiner aktiven Turnerzeit seine Erfahrungen als Übungsleiter und zehn Jahre als Abteilungsleiter/Leistungsturnen weitergegeben. Seit 2003 hat er den Vorsitz im Verein übernommen. „Als einen Job habe ich meine Tätigkeit im Verein nie empfunden. Die Freunde und die sportliche Gemeinschaft, die ich hier gefunden habe, das ist wie meine zweite Familie.“

Ganz ähnlich sieht das der heutige Abteilungsleiter der Turnabteilung Reiner Altmaier. „Ich nenne die Fritz-Kuchenmeister-Halle immer gerne mein Wohnzimmer. Ich bin quasi in der Turnhalle groß geworden.“ Seit 1982 ist er Mitglied im HTV, also seit über 40 Jahren. Begonnen mit dem Turnen hat er mit zehn Jahren, war auch Leistungsturner und hat an zahlreichen Turnieren teilgenommen. Geplant war das nicht, sein damaliger Übungsleiter hat ihn motiviert. „Ich war nie der Beste“, erzählt er. Aber sein Trainer attestierte ihm Biss und dennötigen Ehrgeiz. „Vor allem aber hat mir das Turnen halt immer Spaß gemacht.“ Und diesen Spaß gibt Altmaier auch von Beginn an weiter. Schon mit 16 machte er seinen Übungsleiterschein. Er engagierte sich auch früh in der Jugend des HTV mit der Organisation von Nachtwanderungen und Jugendfahrten. „Es würde sich lohnen, auch die Vereinsjugend einmal separat vorzustellen“ schlägt er vor. „Sie ist ein eigenständiges Vereinsorgan, ist sehr aktiv und hat in eigener Regie und selbstfinanziert die Gestaltung unserer Vereinshalle auf die Beine gestellt. “Altmaier verweist sowohl auf die einzigartige Wandgestaltung der Fritz-Kuchenmeister-Halle, die in Zusammenarbeit mit dem Künstler Michi Schmitt im Laufe von zehn Jahren entstanden ist, als auch auf die dortige Kletterwand. Dem Turnen selbst ist Altmaier immer treu geblieben, auch wenn es eine Zeit mit Familie und Beruf gab, in der er weniger aktiv im HTV war. Zudem hat er neben dem Turnen Kampfsport betrieben, was im Verein zu dieser Zeit nicht möglich war. Gemeinsam mit seinen eigenen Kindern ist er dann im Kinderturnen wieder mit vollem Engagement im Verein eingestiegen. „Die Entwicklung der Motorik bei den Kleinsten innerhalb von nur einem halben Jahr, konnte ich an meinen eigenen Kindern beobachten“, plädiert Altmaier für das Turnen. Ihm liegt daran, das Turnen im HTV weiter zu fördern. „Dazu benötigt es auch die entsprechenden Strunkturen. So versuchen wir aus den eigenen Reihen auch unsere späteren Übungsleiter aufzubauen.“ Seit fünf Jahren engagiert Altmeier sich auch in leitender Funktion, seit 2022 als Abteilungsleiter Turnen. Kommissarisch hat er in diesem Jahr zu dem das Ressort Personal im Vorstand von Wilfried Schmidt übernommen und stellt sich zur kommenden Hauptversammlung für dieses Amt zur Wahl. Sein Engagement ist spürbar, steht er neben diesen organisatorischen Aufgaben mehrmals in der Woche selbst als Übungsleiter in der Halle. Dies sowohl abteilungsübergreifend mit seinen Kursen „Gutes für den Rücken mit Reiner“, als auch als einer der wenigen Übungsleiter für den Leistungsturnbereich. „Die Nachfrage gerade im Turnbereich ist so groß, dass wir immer nach engagierten Menschen suchen, die uns als Übungsleiter unterstützen“. Reiner Altmaier wird nicht müde, den Nachwuchs im Verein zu fördern und für das Turnen und „sein Wohnzimmer“ zu werben.

Ein schönes Beispiel dafür, wie diese Nachwuchsförderung funktionieren kann, ist Nele Meven. Bei ihr kristallisierte sich schnell heraus, dass sie einmal den Weg zur Übungsleiterin einschlagen wird, nachdem sie mit dem Turnen im HTV begonnen hat. So trifft man sie heute mehrmals die Woche neben oder auf der Turnmatte in einer der Hallen des HTV an. Allein dreimal die Woche als Übungsleiterin im Geräteturnen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In einer solchen gemischten Gruppe turnt Nele auch selbst einmal in der Woche. Und Spaß hat sie nicht nur an der Bewegung, sondern vor allem an der Gruppe selbst. Denn obwohl hier wöchentlich sehr unterschiedliche Turnerinnen und Turner zusammenkommen, ist die Gruppe sehr harmonisch und freundschaftlich „Wir haben sogar ein paar ehemalige Leistungsturner in der Gruppe, die auch immer ein paar Tipps parat haben“, erzählt Nele. „Dabei ist alles ganz locker. Man bespricht sich kurz und dann bauen wir die Geräte auf, auf die wir an dem Tag Lust haben.“ Am liebsten turnt Nele dabei Boden, „aber auch der Schwebebalken ist nicht übel“, sagt sie mit einem Lächeln. Mit dem Turnen fing sie schon als Elfjährige in einer der Geräteturngruppen des HTV an. Beim Cheerleading mit seinen vielen turnerischen Aspekten hatte sie zuvor schon Spaß am gemeinsamen Training in der Gruppe gefunden. „Bei den Pyramiden musste ich als Kleinste immer ganz oben stehen“, erzählt sie. Diese Freude am gemeinsamen Training fand sie dannauch in der Turngruppe im HTV. „Dann aber kam Corona …“, erzählt sie weiter. Indoor-Sport war eine ganze Zeit lang nicht mehr möglich, so dass sie kurzerhand in die Leichtathletikabteilung des HTV wechselte. Hier war das Training draußen gemeinsam mit ihren Freundinnen weiterhin möglich. Im Sprint und Weitsprung nahm Nele dann sogar erfolgreich an Wettkämpfen teil, so etwa beim Sportfest zur Saisoneröffnung in Troisdorf im Jahr 2022. Als die Beschränkungen durch die Coronazeit vorbei waren, zog es Nele aber wieder in die Halle und zurück zum Turnen. Schon bald fand sie Gefallen daran, den jüngeren Kindern in ihrer Turngruppe Hilfestellungen zu geben. Als Sporthelferin übernahm sie dann schnell eigene Gruppen im Familienturnen und Turngruppen für die Jüngsten. „Ich konnte es kaum erwarten, endlich meinen Übungsleiterschein zu machen, denn das ist erst ab 16 möglich,“ sagt Nele. So nahm sie schon kurz vor ihrem 16. Geburtstag an einem Kurs zur Erlangung des Scheins in Bonn teil, finanziert vom HTV. Seit dem leitet sie verschiedene Turngruppen. Manche Kinder begleitet sie schon mehrere Jahre zuerst als Sporthelferin und jetzt als Übungsleiterin. „Es ist so schön zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln und immer mehr dazu lernen“, erzählt Nele begeistert. „Ich selbst liebe die neuen Herausforderungen, die sich für mich als Übungsleiterin ergeben. Gleichzeitig kann ich dabei viel über mich selbst lernen.“ Genau weiß sie es zwar noch nicht, aber Nele Meven kann sich gut vorstellen, nach dem anstehenden Abitur, auch ihre berufliche Zukunft im Bereich Sport und Ernährung zu suchen. „Die Hauptsache ist doch, dass man Spaß hat, an dem was man tut.“ So wie beim Turnen im HTV.

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